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Von Warmduschern und Senioren

Ein Erfahrungsbericht Pedelec

Bildquelle: Hercules, 97526 Sennfeld / Schweinfurt

Hercules ROBERT/-A 27 DD

Ja, ich oute mich: Ich bin Warmduscher und gehöre zur älteren Generation - um es mal nett zu formulieren. Denn ich fahre ab jetzt mit einem E-Bike (oder doch mit einem Pedelec?) und habe mein achtzehn Jahre altes Trekkingrad in Rente geschickt.

Von wegen Warmduscher und Senioren. Wieso gibt es dann auch E-Mountainbikes? Da sind die Senioren sicher nicht die Zielgruppe.

Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem E-Bike (E-Mountainbike) und einem Pedelec?

Ein Pedelec gilt trotz unterstützender Motorisierung in der EU als Fahrrad und ist deshalb zulassungsfrei. Pedelecs dürfen nach EU-Richtlinien bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h motorisch unterstützt werden. Eine Helmpflicht besteht nicht. Der Motor läuft nur, wenn man in die Pedale tritt.
Im Gegensatz zum Pedelec wird beim E-Bike die Motorleistung ausschließlich über einen Drehgriff geregelt. Motorisierung und Muskelkraft wirken somit als Antriebssysteme unabhängig voneinander. E-Bikes können nicht nur wie das Pedelec im Mischbetrieb oder als reines Fahrrad betrieben werden, sondern auch rein mit Motorkraft. Sie brauchen in Deutschland eine Betriebserlaubnis und sind somit versicherungspflichtig. Die motorisierte Höchstgeschwindigkeit ist vom Gesetzgeber auf 20 km/h begrenzt. Eine Helmpflicht besteht nicht.
Ich fahre also ein Pedelec. Umgangssprachlich spricht man aber oft von E-Bikes und meint Pedelecs.

Mit dem Thema Elektrofahrrad hatte ich mich bisher noch nicht beschäftigt und deshalb auch keine Ahnung, auf was ich achten muss. Letztendlich gehört auch eine gehörige Portion Glück dazu, das richtige zu tun. Die erste Endscheidung war auch die schwerste: Bei Aldi oder Lidl dafür € 700.- oder bei einem Fachhändler mindestens € 2000.- bezahlen. Auf Anhieb konnte mir keiner erklären, mit was der große Preisunterschied begründet wird. Auffällig war, dass bei den zurzeit sehr gefragten Rädern im Geheimen wohl eine Preisbindung besteht. Egel, wo ich auch fragte oder mich im Internet schlaumachte: Die Preise waren überall dieselben. Ich nahm mir also vor, nur da zu kaufen, wo man mir im Preis entgegenkommt.
Doch eins hatte ich aus verschiedenen Berichten im Fernsehen gelernt: Ein Pedelec ist im Einsatz viel größeren Belastungen ausgesetzt wie ein normales Fahrrad. Der Rahmen muss stabil sein und die Bremsen ihren Zweck erfüllen.

Worauf sollte man also achten:

  • Stabiler Rahmen - Tiefer Einstieg oder Diamantrahmen (Herrenrad) - Rahmenhöhe
  • Radgröße - 26“ oder 28“
  • Motor - Ich habe mich für einen Bosch-Mittelmotor 250 Watt entschieden. Räder mit Motor im Vorderrad werden preisgünstiger angeboten. Jeder sollte aber durch eigene Recherche herausfinden, was für ihn am besten ist. Mittelmotoren von Bosch scheinen sich durchzusetzen
  • Akku - Empfehlung Gepäckträger-Akku, 36V, 11Ah, 400Wh - Die angegebene Reichweite von 190 km kann man getrost vergessen. Wenn der Akku wenig belastet wird, kommt man rund 130 km weit. Eine Aufladung dauert rund drei bis 3,5 Stunden
  • Gewicht - Die Pedelecs wiegen zwischen 23 und 27 kg, sind also schwerer als normale Fahrräder - Wenn man auch ohne Motorunterstützung fahren will, spielt das Gewicht eine Rolle
  • Bremsen - Auf hydraulische Felgenbremsen achten
  • Sattel und Vordergabel müssen gefedert sein
  • Dynamo - Standard heute: Der Dynamo sitzt in der Nabe des Vorderrades
  • Schaltung - Naben oder Kettenschaltung - Ich habe mich auf Anraten für eine SRAM Dual Drive 27-Gang-Kettenschaltung entschieden, einer kombinierten Naben- / Kettenschaltung
  • Lenker - Der Lenker sollte verstellbar sein, damit er an die Sitzposition angepasst werden kann
  • Spiegel - Ein Spiegel gehört nicht zur Standardausrüstung, sollte aber unbedingt am Lenker angebracht werden

Ich habe nach langem Suchen das Pedelec Hercules ROBERT/-A 27 DD mit tiefem Einstieg gekauft. Entscheidend dabei war, dass mir der Händler im Preis entgegenkam. Statt € 2400.- habe ich € 2100.- bezahlt und einen Spiegel gratis dazu erhalten.

Leider hat ein Test der Stiftung Warentest ergeben, dass bei der Qualität von Elektrofahrädern oft geschludert wird. Mein Fahrrad war bei den sechzehn getesteten nicht darunter. Es ist also weiter wichtig, sich vor dem Kauf genau zu informieren.

Fazit
Ich bin begeistert von meinem Pedelec, weil ich damit ohne Motorunterstützung trotz Mehrgewicht wie mit einem normalen Fahrrad unterwegs bin. Warum ich mir dann ein Pedelec gekauft habe? Weil ich weiterhin sportlich fahren, aber mich nicht unbedingt den letzten Berg hinauf quälen will, wenn die Kondition einmal am Ende ist. Es besteht keine Gefahr, mich gesundheitlich zu übernehmen, sondern man kann dem Alter angemessen trainieren. Wichtig auch, dass man mit starker Motorunterstützung im Verkehr mitschwimmen kann, wenn es erforderlich ist.

Das Rad ist kurzfristig schon stark strapaziert worden. Die Dual Drive Schaltung lässt sich butterweich schalten, die Umstellung auf ein Fahrrad mit Motorunterstützung hat keine Probleme bereitet. Allerdings ist es ärgerlich, dass nach einer schnellen Reifenpanne der Fahrradhändler den Rat gibt, eine stärkere Fahrrad-Decke mit Pannenschutz aufzuziehen. Bei einem Rad, das über € 2000.- kostet, sollte sie eigendlich Standard sein.

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